Grenchen

Zwinglikirche

Zwinglikirche

Die schlicht gestaltete Grenchner Zwinglikirche war der erste Kirchenbau der Reformierten Gemeinde Grenchen-Bettlach. Die in ihrer Grundstruktur traditionell gestaltete Hallenkirche wurde vom berühmten Berner Architekten Karl Indermühle, der unter anderem auch als Berner Münsterarchitekt tätig war, entworfen. Die reformierte Kirchgemeinde musste sich jedoch einige Zeit gedulden, bis 1924 endlich ihre Kirche eingeweiht werden konnte.

Baujahr | 1922 - 1923

Architekt | Indermühle, Karl

Politische Gemeinde | Grenchen

Kirchgemeinde | Grenchen-Bettlach

Webseite Kirchgemeinde

Adresse | Zwinglistrasse 11

Koordinaten | 47.195110, 7.400178

Google Maps | Swisstopo

Öffnungszeiten |
Durchgehend geöffnet (ausser montags)

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das damalige Bauerndorf Grenchen in eine prosperierende Uhrenstadt. Als 1850 das erste Uhrenatelier eingerichtet wurde, zählte Grenchen 68 reformierte Einwohner. Bis 1870 wuchs diese Zahl auf stattliche 690 an, so dass 1880 eine reformierte Kirchgemeinde im mehrheitlich katholischen Gebiet gegründet wurde. 1895 schlossen sich die Reformierten von Grenchen und Bettlach zu einer Kirchgemeinde zusammen, doch die Gottesdienste wurden nach wie vor in der katholischen Kirche gefeiert. Die erste eigene Pfarrstelle erhielt die Kirchgemeinde 1909.

Am 6. Januar 1924 konnte mit der Zwinglikirche in Grenchen schliesslich auch die erste Kirche der reformierten Gemeinde eingeweiht werden. Hinter dem querrechteckigen Baukörper mit schlichten, hochgezogenen Rundbogenfenstern und einem leicht geknickten Vollwalmdach erhebt sich ein markanter Turm mit gedrungener Kuppel. Die vier Glocken im obersten Turmgeschoss wurden 1927 von den Kindern der Kirchgemeinde aufgezogen. Die drei runden Fenster in der Eingangsfront auf der Westseite der Kirche wurden vom heimischen Glasmaler Max Brunner (1910-2007) geschaffen. Sie stellen die im Christentum bekannten Symbole Fisch, Lamm und Taube dar.

Nach dem Bau der Zwinglikirche schritt die Entwicklung der reformierten Gemeinde weiter fort: Bis 1959 konnten insgesamt vier Pfarrstellen, darunter eine für die die Französischsprechenden, geschaffen werden. 1967 wurde mit der Errichtung des Zwinglihauses nicht nur ein kirchliches Zentrum, sondern auch ein bauliches Ensemble geschaffen.

Heute zählt die reformierte Kirchgemeinde Grenchen-Bettlach rund 6'700 Mitglieder (Ende 2010). Die vielfachen Aufgaben der Kirchgemeinde verteilen sich auf etwa 35 angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie ca. 235 freiwillige Helferinnen und Helfer. Zusätzlich wirken viele Gemeindeglieder im Verborgenen, ohne dass ihr Dienst registriert wird.

  • Kunstführer durch die Schweiz, hg. von Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2006-2012, Bd. 3, S. 773.
  • INSA. Inventar der neueren Schweizer Architektur. 1850-1920, 11 Bde., Bern: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, 1984-2004, Bd. 5, S. 115.
  • Zurschmiede, Peter, Die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Grenchen-Bettlach. Ein Wegweiser zu den Kirchen und künstlerischen Werken, Grenchen: A. Niederhäuser, 1969.
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