Bern

Heiliggeistkirche

Heiliggeistkirche

Die Heiliggeistkirche in Bern gilt als eine der schönsten reformierten Barockkirchen der Schweiz. 1726-29 nach Plänen von Niklaus Schiltknecht errichtet, ist sie der erste, nach der Reformation in der Stadt Bern errichtete Neubau. Der typisch protestantische Saalbau hat zwei Fassaden, Eingänge auf allen vier Seiten und ist durch eine umlaufende Kolossalordnung gegliedert. Der Innenraum ist als Predigtsaal mit umlaufender Empore und einer Kollonade aus 14 korinthischen Säulen gestaltet. Das Muldengewölbe weist eine hervorragende Régencestuckierung auf. Die freistehende Kanzel und der Abendmalstisch stehen auf der Mittelachse des Raums. In den Jahren 1829 bis 1830 war der Dichter Jeremias Gotthelf als Vikar an der Heiliggeistkirche tätig.

Baujahr | 1726 - 1729

Architekt | Schiltknecht, Niklaus (Neubau)

Politische Gemeinde | Bern

Kirchgemeinde | Bern Heiliggeist

Webseite Kirchgemeinde

Adresse | Spitalgasse 44

Koordinaten | 46.948060, 7.440734

Google Maps | Swisstopo

Öffnungszeiten |
Di-Fr 11-18:30 Uhr, So 10:30-11:30 Uhr (Gottesdienst), 13-17 Uhr

Die Kirchgemeinde Heiliggeist wurde mit dem Dekret des Grossen Rates vom 4. und 5. Dezember 1720 begründet. Ursprünglich umfasste die Gemeinde den westlichen Teil der Berner Altstadt und das Vorstadtgelände bis zu den Gemeindegrenzen von Bümpliz und Köniz. Neben der obersten Altstadt gehören heute die Quartiere Marzili, Sandrain, Schönau, Sulgenbach, Weissenbühl, Monbijou, Mattenbach und Villette ganz oder teilweise zum Gemeindegebiet.

Die Heiliggeistkirche wurde unter der Leitung des Berner Stadtbaumeisters Niklaus Schiltknecht errichtet und am 6. November 1729 feierlich eingeweiht. An der Stelle der neuerbauten Kirche stand früher die sogenannte Spitalkirche, die zum Mönchsordern «zum Heiligen Geist» gehörte. Dieser hatte sich 1228 in Bern niedergelassen und unterhielt neben dem Sakralbau auch ein Spital für Arme und Kranke (den «Spittel»).

Im Jahr 1726 musste die alte Spitalkirche einem Neubau Platz machen. Teile des Gestühls sowie die Stundenglocke lebten jedoch in der neuen Heiliggeistkirche weiter. Diese verfügt über eine in zarten Pastellfarben gehaltene Stuckdecke, die in Bern als das umfangreichste und kunsthistorisch bedeutsamste Stuckaturwerk des frühen 18. Jahrhunderts gewürdigt wird. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kirche mehrmals renoviert und 1907 eine neue Kirchenbestuhlung mit einem Mittelgang eingebaut. Bis heute gilt die Heiliggeistkirche als das Hauptwerk des nichtkatholischen Sakralbaus in der Schweiz. Seit einigen Jahren wird sie vielfältig genutzt und bietet als «offene Kirche» einen Ort für Konzerte, Ausstellungen, Diskussionen und Vorträge.

  • Kunstführer durch die Schweiz, hg. von Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2006-2012, Bd. 3, S. 221-222.
  • Straub, Jan, Die Heiliggeistkirche und das Burgerspital in Bern. Kanton Bern [Schweizerische Kunstführer GSK, 1001/1002], Bern: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, 2017.
  • Hofer, Paul und Bernhard Furrer, Bern. Die Heiliggeistkirche. Kanton Bern [Schweizerische Kunstführer GSK, 307], Bern: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, 1982.
  • Hofer, Paul und Luc Mojon, Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern, Bd. 5 (Die Kirchen der Stadt Bern), Basel: Birkhäuser, 1969, S. 157-232.
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