Heimenschwand

Kirche Heimenschwand

Kirche Heimenschwand

Die Kirche Heimenschwand, auf 1005 Meter über Meer gelegen, bietet Aussicht und Einkehr. Von unterhalb der 1837 eingeweihten Kirche hat man einen schönen Blick auf das einzigartige Panorama vom Hohgant bis zum Gantrisch. Im Innern ist die 1959/60 renovierte und umgebaute Kirche grosszügig, schlicht und hell. Das Gebäude dient als Gottesdienstraum für die Gemeinden Buchholterberg und Wachseldorn.

Baujahr | 1835 - 1837

Architekt | "Baumeister Blank und Steinhauer Schmidt"

Politische Gemeinde | Buchholterberg

Kirchgemeinde | Buchholterberg

Webseite Kirchgemeinde

Adresse | Dorf 26

Koordinaten | 46.828462, 7.697557

Google Maps | Swisstopo

Öffnungszeiten |
Durchgehend geöffnet

Während Jahrhunderten war das Gebiet der heutigen Gemeinden Buchholterberg und Wachseldorn der Kirchgemeinde Oberdiessbach zugehörig. Der Weg in die Kirche war lang: Vom östlichsten Teil von Wachseldorn, von Süderen aus, mussten allein für den Hinweg 12 km zurückgelegt werden. Die Bestrebungen zum Bau einer eigenen Kirche waren daher gross. 1701 wurde mit den Herren in Bern und in Oberdiessbach darüber verhandelt, doch konnte keine Einigung gefunden werden. Immerhin wurde 1712 der Pfarrer zu Oberdiessbach dazu verpflichtet, «einen Vicarium oder Adjunctum», also einen Helfer für den Buchholterberg anzustellen. Um 1738 und 1800 kam wieder Schwung in die Angelegenheit, doch ohne Erfolg. Erschwert wurde das Vorhaben jeweils durch das Kollaturrecht, welches die Familie von Wattenwyl zu Diessbach innehatte. Die Patrizierfamilie verfügte damit über ein Nominations- und Vorschlagsrecht für die Pfarrer, zog die kirchlichen Abgaben und Zehnten ein, besoldete daraus die Pfarrperson und hielt Kirche, Pfarrhaus und Prundschür in Stand. Wer sollte also, falls es eine Kirche auf dem Buchholterberg geben würde, für Kirche und Pfarrer aufkommen?

 Erst 1830 einigte man sich und der Grosse Rat in Bern entschied, auf dem Buchholterberg eine Kirchgemeinde zu errichten. Doch die politisch unruhigen Verhältnisse verzögerten das Vorhaben erneut. An Ostern 1837 konnte man schliesslich die heutige Kirche einweihen. Der Bau stand jedoch unter keinem guten Stern. Noch während des Aufbaus zeigten sich Risse am Turm und gesprungene Fenster- und Türrahmen. Man wagte nicht, die Glocken in den Turm aufzuziehen und läutete deshalb zwischenzeitlich in einer Scheune beim Gasthof Bären. Als man Ostern 1838 erstmals mit zwei Glocken läuten konnte, zeigte sich, dass der Glockenstuhl zu wenig verankert war. Bis ein Jahr später ein neuer Glockenstuhl errichtet worden war, läutete man deshalb nur mit einer Glocke.

Eine selbständige Kirchgemeinde wurde Buchholterberg erst 1860. Bis dahin galt sie als «Helferei» des Diessbacher Pfarrers mit eigener Kirche und Helferhaus. 1870 wurde eine neue Orgel erworben. Deren neobarocker Orgelprospekt von Johann Müller mit vergoldeten Verzierungen ist noch heute derselbe. 1911 wurde östlich der Kirche auf der gegenüberliegenden Strassenseite ein Unterweisungslokal gebaut. Ebenfalls aus diesem Jahr stammt das Chor-Glasgemälde des berühmten Berner Malers Rudolf Münger. 1935/36 entstand der Vorscherm beim nördlichen Eingang und im Turm konnten zwei weitere Glocken aufgezogen werden, so dass heute vierstimmig zum Gottesdienst geläutet wird.

Eine grundlegende Umgestaltung erfuhr die Kirche 1959/60. Die Orgel und die Empore wurden von vorne nach hinten zu ihrem heutigen Standort versetzt, die vordersten Längsbänke entfernt, der Taufstein auf der Südseite des Chors aufgestellt, die Kanzel «auf den Boden» geholt, der Haupteingang von der Nord- auf die Westseite verlegt und der Kirchenraum weiss gestrichen.

  • Kunstführer durch die Schweiz, hg. von Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2006-2012, Bd. 3, S. 443.
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